Arnd Zickgraf

Coaching & Beratung

Aktuelles
Inspiriert durch Sinnfragen

Nachhaltigkeitskompetenzen auf Englisch


In einer Zeit globaler Ungewissheit ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine sinnstiftende Aufgabe für Jugendliche.

21.01.2023

Wer sich mit Bildung für nachhaltige Entwicklung beschäftigt, stellt grenzenloses Wachstum und ein Leben infrage, als ob es kein Morgen gäbe. Auch der Englischunterricht kann dazu Wichtiges beitragen. Für den Klett-Themendienst habe ich Englischdidaktikerin Prof. Dr. Carola Surkamp interviewt. Sie vertritt die Auffassung, dass wir alle „Nachhaltigkeitskompetenzen“ brauchen, um die drängenden Probleme auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu bewältigen. Die Kenntnisse, Fähigkeiten und Handlungskompetenzen, die bei der Beschäftigung mit BNE im Englischunterricht erworben werden können, tragen dazu bei, Ängste vor dem Hintergrund von internationalen Krisen besser individuell zu bewältigen.

https://www.klett.de/sixcms/detail.php?id=1144477

Aufsuchendes Familiencoaching


Familien im Rhein-Sieg-Kreis nach der Pandemie dort abholen, wo sie sich wohlfühlen.

10.01.2023

Ob es darum geht, beengte Wohnverhältnisse zu verbessern, familiäre Konflikte zu klären, schulische Probleme zu lösen oder sich gesünder zu ernähren - seit September 2022 engagiere ich mich im aufsuchenden Familiencoaching im Kreis Bonn-Rhein-Sieg.

Ich begleite mehrere Familien mit unterschiedlicher ethnischer und sozialer Herkunft, indem ich sie zweimal die Woche dort besuche, wo sie lebt: in ihrer Wohnung oder ihrem Haus, in der Stadt oder auf dem Land.

Beim aufsuchenden Familiencoaching arbeite ich mit Paaren oder Alleinerziehenden zusammen, die mindestens ein Kind haben. Zumindest ein Familienmitglied hat ein gesundheitliches, soziales oder psychisches Thema, das es mit mir im Coaching klären möchte.

Typische Ziele im Familiencoaching sind: eine freundliche Beziehung zu sich selbst und den Familienmitgliedern aufbauen, neue Kontakte aufbauen und Netzwerke im Alltag pflegen, psychische Belastungen in der beschleunigten Gesellschaft abfedern, neue berufliche Perspektiven schaffen, zu einer sinnstiftenden Arbeit und einem erfüllten Leben finden.

Neben systemischen Coachingmethoden kommen auch Focusing und sinnorientierte Verfahren zum Zuge. Beim aufsuchenden Familiencoaching kooperiere ich mit dem Bildungsinstitut für Soziales und Gesundheit in Gelsenkirchen als neuen Partner.

Der Stresstest des Jahrhunderthochwassers


Halt durch existenzielle Seminare und sinnorientierte Einzelcoachings in Krisenzeiten.

19.11.2022

Den Automobilzulieferer im Kreis Euskirchen hat das Jahrhunderthochwasser am 14. Juli 2021 hart getroffen. Die Maschinen des Unternehmens standen im Nu anderthalb Meter unter den braunen Wassermassen. Im braunen Schlamm der Erft waren moderne Maschinen, Werkzeuge, Behälter und Möbel chaotisch ineinandergeschoben. Die Produktion des Unternehmens war von einem auf den anderen Tag gestoppt, der berufliche Alltag der Mitarbeiter plötzlich unterbrochen.

Es gab Mitarbeiter, die in der Flutnacht um ihr Leben kämpfen mussten und über Nacht das Haus und den Job zugleich verloren haben. Und es gab solche, deren Hoffnung geplatzt war, nur noch wenige Jahre bis zur Rente beim Familienbetrieb durchhalten zu müssen. Nach Jahrzehnten der Arbeit in einer Branche im Umbruch hatten viele Mitarbeiter unter chronischen Krankheiten zu leiden. Der Ukrainekrieg führte zu einer existenziellen Unsicherheit. Die Preissteigerungen und Energiepreisexplosion ließen die Ersparnisse schrumpfen und zwangen den einen oder anderen zum Verzicht. Das Selbstwertgefühl war durch den Jobverlust angeschlagen. Tragende Säulen der Identität standen gleichzeitig unter Druck.

15 Beschäftigten des Automobilzulieferers zwischen 60 und 65 Jahren standen wir von November 2021 bis Oktober 2022 während der schwierigen Zeit nach der Flutkatastrophe zur Seite. Maschinenbediener, Einrichter, Werkzeugmacher, Projektleiter und Qualitätsprüfer und Ingenieur gingen erst einmal durch das Tal der Verluste. Wer bin ich, wenn nicht mehr arbeite? Existenzielle Fragen ließen sich angesichts der Flutkatastrophe nicht mehr abschütteln. Das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, war unabweisbar.

Es brauchte Zeit zum Innehalten: Die Situation akzeptieren, innehalten, wieder Zugehörigkeit erleben, sich neu orientieren und die eigene Selbstwirksamkeit wahrnehmen. Jeden Monat haben die ehemaligen Mitarbeiter des Automobilzulieferers ein neues existenzielles Thema im Seminar kennengelernt: Gesundheit und der Umgang mit Stress, Lebensrückblick, Sinnerfüllung, stoisches Denken für mehr Gelassenheit, soziale Netzwerke gegen die Einsamkeit, Selbstwirksamkeit im freiwilligen Engagement erleben und materielle Sicherheit. Die Seminarthemen wurden anschließend in Einzelcoachings mit den Mitarbeitern vertieft.

In Projekten für die nächste Lebensphase wurden neue Lebensentwürfe entworfen. Zum Beispiel privat mit Windkraftanlagen energetisch autark werden und somit „Putin eins auswischen“. Oder Existenzgründungen mit nachhaltigen Produkten, etwa Handel mit Honig. So konnte jeder Mitarbeiter seine Vorstellung eines erfüllten Lebens konkreter ausgestalten – und gelassener mit den Zumutungen der Umbruchzeit umgehen.

Seminare für ältere Menschen in Umbruchzeiten


Weiterbildungen sind wichtig für die berufliche Neuorientierung zum Ende des Erwerbslebens.

09.11.2022

Der gesundheitliche Zustand von Rentnerinnen und Rentnern verschlechtert sich, wenn die älteren Menschen erst später in den Ruhestand gehen können.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) weist anhand der Daten der Rentenreform aus dem Jahr 1999 nach, dass sich der gesundheitliche Zustand von Rentnerinnen verschlechterte, wenn sie erst später in den Ruhestand gehen konnten. Das galt vor allem mit Blick auf psychische Krankheiten wie Stimmungsstörungen, aber auch mit Blick auf körperliche Erkrankungen, beispielsweise Übergewicht und Arthrose.

Die Wissenschaftler halten daher den Einsatz für Bildung und Weiterbildung während des gesamten Erwerbslebens für notwendig. Das erleichtert etwa Berufswechsel zum Ende des Erwerbslebens. Dazu müssten die Bedingungen auf der Arbeit an das Alter angepasst werden, damit die Arbeitsbelastungen aufgefangen werden können, die mit dem Alter steigen.

Seit der Pandemie fördere ich mit Seminaren zum sinnerfüllten Leben die Gesundheit und psychische Widerstandsfähigkeit von Menschen im Alter von 55 bis 65 Jahren. Die Weiterbildungen bereiten auf den Umgang mit Stress vor und sensibilisieren für körperliche und psychische Belastungen in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs.

Umbruchzeiten als Stresstest für die Schulen


Die Gesundheit von Lehrkräften wird durch sehr hohe Belastungen infolge internationaler Konflikte und Krisen einem beispiellosen Stresstest unterzogen.

06.05.2022

Wir leben in einer Umbruchzeit: Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist ein Bruch des Völkerrechts und zugleich ein Bruch mit der internationalen Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Auswirkungen des Ukrainekriegs und der Pandemie bekommen inzwischen Lehrkräfte und Schüler zu spüren. „Schule ist ein Spiegel der Gesellschaft und Lehrkräfte erleben derartige Entwicklungen an vorderster Front“, sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) am 27. April 2022.

Die Rahmenbedingungen, um in Schule zu arbeiten, sind derzeit denkbar ungünstig. Der neueste Artikel für den Klett-Themendienst zeigt, wie sich gesellschaftspolitische Spannungen im Schulleben manifestieren, warum Bund, Länder und Kommunen nun enger kooperieren müssten und wie Entlastung für die Schulen möglich ist.

https://www.klett.de/sixcms/detail.php?id=1141851

60-Jährigen in Krisenzeiten eine Brücke gebaut


Viele Beschäftigte im Alter von 60 Jahren plus unterschätzen die Herausforderungen, die beim Übergang vom Berufsleben in die Rente warten. Insbesondere in Krisenzeiten kann eine professionelle Begleitung den Übergang in die dritte Lebensphase stabilisieren.

01.01.2022

In stürmischen Zeiten habe ich zwanzig Beschäftigte im Alter zwischen 60 und 65 Jahren mit sinnorientierten Themen in die dritte Lebensphase begleitet. Das Jahr 2021 stand im Zeichen der Pandemie und der Flutkatastrophe im Ahrtal und im Rhein-Erft-Kreis. Die Reflexion des eigenen Lebens im Lichte von sinnorientierten Fragen sollte zu mehr Orientierung, Klahrheit und Wirgefühl in Zeiten der Ungewissheit führen. Die Beschäftigten kamen aus der Medienbranche, der Kunststoffindustrie, der Automobilzuliefererindustrie und der Tourismusindustrie sind in eine Transfergesellschaft übergegangen, um sich auf die dritte Lebensphase vorzubereiten. Sie waren jahrzehntelang beschäftigt als Redakteure, Ingenieure, Werkzeugmacher, Schlosser oder Industriekaufleute. Die Beriebe hatten sich von ihnen getrennt, weil sie mit der Kündigung Kosten sparen und jüngere, weniger teure Mitarbeiter einstellen wollten.

Den Übergang vom Beruf in die dritte Lebensphase habe ich begleitet mit Workshops zu Sinnthemen, die einmal im Monat angeboten wurden. Themen der Workshops waren etwa: "Umgang mit Zeit", „Lebensrückblick“, „Vom Sinn des Lebens zum Lebenssinn“, „Resilienz“, „Biologisches Alter und gesunder Lebensstil“ oder "Erfülltes Leben“. Nach jedem Workshop hatten alle Mitarbeiter die Gelegenheit, das Workshopthema des Monats im Einzelcoaching zu vertiefen. Aufgrund der Pandemie habe ich die Workshops und Einzelcoachings über Videokonferenz durchgeführt. Die Verbindung über das Internet hat gleichwohl ein ausgeprägtes Wirgefühl zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Workshops möglich gemacht.

„Wir wollen raus!“


In einer Zeit des Umbruchs sind auch Jugendliche immer mehr mit existenziellen Fragen des Lebens konfrontiert. Zwar sollen Schulen einen besonderen Schutzraum gegenüber den Härten des Lebens bieten. Doch Flutwellen enden nicht vor dem Schulhof. 

15.12.2021

Infolge der Flutkatastrophe am 14. Juli 2021 sind auch zahlreiche Schulen „abgesoffen“. Allein in Rheinland-Pfalz sind 14 Schulen besonders schwer betroffen, an denen rund 7.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen tun betroffene Schulen alles, um wieder zu funktionieren. Gefragt sind existenzielle Überlebensfähigkeiten bei Lehrkräften, wie Akzeptanz der Situation und die Fähigkeit zur Improvisation.

Nach der vierten Corona-Welle und der Flutkatastrophe lautet der Wunsch: „Wir wollen raus!“ Schülerinnen und Schüler wünschen sich mehr praktische Erfahrungen an außerschulischen Lernorten, so Bildungsexperten. Genauso wie in Rheinland-Pfalz gibt es Schülerinnen und Schüler, die in der Flutnacht viel verloren haben. Der Klimawandel ist konkreter geworden. Jugendliche merken, dass es Extremwetter sich nicht nur Indien oder USA gibt, sondern auch in Europa. Sinnquellen, wie Naturverbundenheit und soziales Engagement werden für viele Menschen wieder wichtiger. Die Solidarität im Ahrtal und im Erftkreis hat viele Betroffene überrascht. 

Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Momentan geht es ums Überleben“

Sinn durch soziales Engagement


Als die Berufsbildende Schule Bad Dürkheim 2018 ihr Europaprojekt mit einer polnischen Partnerschule startete, konnte niemand ahnen, dass es über die Schulbildung hinausweisen und vor der Ansteckung durch Corona schützen würde.

6.7.2021

Eigentlich sollten sich die Schülerinnen und Schüler in dem Europaprojekt nur mit der Fertigungsmethode des 3D-Drucks beschäftigen. Der 3D-Druck steht in der höheren Berufsfachschule als zusätzliches Fertigungsverfahren auf dem Lehrplan. Doch überraschend schnell sollte das schulische Know-how zum 3D-Druck in der Stadt Bad Dürkheim zur Bekämpfung der Pandemie gefragt sein.

"Ich war persönlich betroffen, weil meine Schwiegergroßmutter im Altenpflegeheim ist und es dort weder Handschuhe noch Schutzmasken gab, um das Coronavirus aufzuhalten", sagt Stephan Meininger, Lehrer der Berufsbildenden Schule in Bad Dürkheim. Die Nachfrage nach den Gesichtsschutzmasken war enorm.

Die Lehrkräfte der BBS Bad Dürkheim beschafften sich 3D-Drucker und ließen sie in der Schule nachts durchlaufen. Während der Osterferien war Stephan Meininger mit seinen Kollegen komplett in der Schule und hat Gesichtsschutze auch am Wochenende produziert. "Wir sind auf etliche Hundert Stunden gekommen, die wir zusätzlich hier verbracht haben", so Meininger.

Unterrichtsmaterial vorzubereiten, ist Alltagsgeschäft. „Aber die Zeit, die wir dabei geholfen haben, Plastikteile für Gesichtsschutze zu drucken, haben wir als eine andere Art von Anstrengung erlebt. Es war ein ganz anderes Gefühl", so die Koordinatorin des Europaprojektes, Birgit Krauß. Das soziale Engagement hat ungeahnte Kräfte bei den Lehrkräften freigesetzt.

Austausch bildet

Pandemiezeit zur Selbstfindung nutzen


Menschen mit hohem Lebenssinn und einer Portion Selbstbeherrschung sind besser gegen Corona-Stress geschützt. Dabei fördert die Auseinandersetzung mit dem Selbst das innerliche Wachstum. Das zeigt eine Studie der Universität Innsbruck im Zusammenhang mit der Pandemie. 

26.3.2021

Der erstaunlichste Befund im Hinblick auf demografische Merkmale war, dass ältere Menschen ab 60 Jahren weniger stark unter Corona litten. Obwohl gerade diese eher mit einem kritischen Verlauf bei einer Ansteckung rechnen müssen, zeigte sich diese Altersgruppe am wenigsten gestresst durch die Situation. Verheiratete oder in Partnerschaft lebende Menschen kamen besser mit der Belastung zurecht als Alleinlebende. Menschen, die alleine lebten, die nur in einem Zimmer, statt in einem Haus oder einer Wohnung lebten oder die arbeitslos durch Corona wurden, litten besonders unter der Pandemie.

Die Sinnforscher Tatjana Schnell und Henning Krampe untersuchten, in welchem Zusammenhang Corona und die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit unserem psychischen Wohlbefinden standen. Dabei haben die Forscherinnen und Forscher auch analysiert, was Menschen half, in dieser schwierigen Zeit psychisch gesund zu bleiben. An der Studie nahmen über 1500 Deutsche und Österreicher während des Lockdowns im Frühjahr 2020 und in den direkt anschließenden Wochen teil.

Die Studie konnte zeigen: Menschen mit einem hohen Lebenssinn und / oder mit einer hohen Selbstbeherrschung sind nicht nur generell robuster gegenüber Krisen als andere Menschen, sie haben auch die aktuelle Pandemie besser verkraftet. Neben diesem Befund wies die Studie außerdem einen anderen wichtigen Zusammenhang auf: Ein hoher Corona-Stress ging mit Sinnkrisen einher. Sinnkrisen wiederum beeinträchtigten die psychische Gesundheit. Dieser Zusammenhang war jedoch weniger schlimm, wenn diese Menschen ihre Selbstbeherrschung aufrechterhalten konnten. Wenn wir unser Verhalten und unsere Bedürfnisse unter Kontrolle haben, können also auch außergewöhnliche Krisen uns nicht so leicht aus der Bahn werfen.

Vor dem Hintergrund der Pandemie empfehlen die Psychologen: Nutzen Sie die Zeit, um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. In der Krise haben wir die Chance, uns zu hinterfragen, zu wachsen und wichtige Weichen in unserem Leben neu auszurichten. Sinnkrisen sind nichts, dass automatisch durch eine Krise hervorgerufen wird; die Krise kann uns aber den Raum dafür öffnen, schonungslos hinzuschauen. Dabei zeigt die Sinnforschung, dass ein Absehen vom Selbst besonders heilsam sein kann. Wenn wir uns diesem Prozess aber verschließen, können wir an der Krise verzweifeln und psychisch schwer erkranken.

 

 

 

Ankommen – Sinn finden